Interkulturelle Kompetenz durch Fremdsprachen

Sprache ist die wichtigste Brücke von Mensch zu Mensch. Sie zu schulen ist eine wesentliche Aufgabe der Erziehung. Die LehrerInnen unserer Schule werden von Sprachgestaltern unterstützt. Das Unterrichtsgespräch, Referate und sprachkünstlerisches Arbeiten – von Dichtung bis Theater – schulen in allen Altersstufen das sprachliche Ausdrucksvermögen.

Seit der Gründung der ersten Waldorfschule beginnt zudem im ersten Schuljahr der Fremdsprachunterricht mit Englisch und Französisch (b-Klassen) bzw. Russisch (a-Klassen).

Die Waldorfpädagogik ergänzt mit ihrer Art, Fremdsprachen zu lehren, interkulturelle Kompetenzen. Das beginnt in den ersten Klassen damit, dass die Kinder in einen natürlichen Sprachstrom eintauchen und gemeinsam an sinnvollen Aktivitäten innerhalb der Klasse teilnehmen. Sie werden eingebettet in lebendige Beziehungen mit Menschen, die eine andere Sprache sprechen, miteinander Dinge tun, sich Fragen gegenseitig stellen und ihre Erfahrungen in der anderen Sprache miteinander teilen. Dieser Weg der Begegnung mit anderen Sprachen fördert die Fähigkeiten des Zuhörens und Verstehens sowie die Toleranz gegenüber dem Unbekannten und der Uneindeutigkeit. Wir lernen uns mit anderen Menschen in anderen Kulturen zu identifizieren und uns in ihre Lage zu versetzen. Dies sind die grundlegenden Fähigkeiten interkultureller Kompetenz.

Im Laufe der Mittel- und Oberstufe können wir auf dieser Grundlage aufbauen und allmählich dazu übergehen, im Fremdsprachenunterricht Lektüren zu lesen und Themen zu behandeln, die junge Menschen als persönlich wichtig und relevant erleben. In der Oberstufe begegnen die Jugendlichen durch authentische Texte und Medien reichhaltigen Sprachbildern und vielfältigen Ideen. Nicht allein die Sprachkompetenz steht im Mittelpunkt; vielmehr wird die Sprache zum Medium, mit dessen Hilfe auch wesentliche biographische, kulturelle und sprachliche Fragen behandelt werden können.

Sprache – das Brot, das uns ernährt

Erziehungskunst, Juni 2016

In den vergangenen Jahren hat der Sprachlehrerinitiativkreis, eine Gruppe tätiger Lehrkräfte sowie engagierter Dozenten, die sich für diesen Fachbereich verantwortlich fühlen, Empfehlungen für den Fremdsprachenunterricht formuliert und an alle Waldorfschulen in Deutschland geschickt.

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