Theaterprojekt 2 der 12. Klassen

»Unschuld« von Dea Loher

Eine Hafenstadt in Europa: Elisio und Fadoul, zwei illegale schwarze Immigranten, blicken hinaus aufs Meer, dessen lebensgefährliche Naturgewalt sie in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft mit Mut und Glück überwunden haben. Dabei sehen sie, wie eine junge einheimische Frau ins Meer geht. Der eine kann daraufhin nicht mehr schlafen. Der andere verliebt sich in das blinde Mädchen Absolut. Eine überraschende Fundsache in einer Tüte, die Fadoul wie ein Zeichen Gottes vorkommt, gibt dem Leben der beiden eine neue Wendung.

»Unschuld« von Dea Loher ist ein Theaterstück des beginnenden 21. Jahrhunderts. Es zeigt ein tragikomisches Panorama einer Gesellschaft im Ausnahmezustand. Die im Stück versammelten Figuren leben an den Abrissrändern unserer Gesellschaft. Sie haben mit den Zumutungen des Alltags ebenso wie mit den ewig großen Sinnfragen zu kämpfen. Diesen »Kampf« um einen Lebenssinn, um die eigene Lebensaufgabe, um eine geistige Beheimatung scheinen sie aber größtenteils verloren zu haben: Sie sind Verzweifelte, Verstrickte, sie sind Schuld-, Schicksals- und Todsuchende.

Da ist zum Beispiel die anhängliche Frau Habersatt, die sich wie ein Parasit ins Elend anderer Menschen einschleicht, weil sie ihr eigenes Trauma nicht u?berwinden kann. Da ist die alternde Philosophin Ella, die sich in ihrem Buch von der »Unzuverlässigkeit der Welt« ganz dem Unvollkommenen, dem Lückenhaften, also der Herausforderung des Lebens widmet. Oder Frau Zucker, die an Diabetes leidet und sich ständig neue, verrückte Lebensgeschichten entwirft. Ihre Tochter Rosa wünscht sich sehnlichst ein Kind von Franz, dem Bestatter, der die Toten mehr liebt als die Lebenden. Und da ist außerdem Fadoul, der »Gott in einer Tüte» entdeckt. Und plötzlich scheint alles möglich zu sein.

Wir freuen uns auf viele Gäste.

26.1.2020 | Termine

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